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Update: Heavy Metal für Dummies

September 9, 2008

Robert Rotifer hat netterweise einen Kommentar zu „Heavy Metal für Dummies“ abgegeben. Vielen Dank dafür!

Auszüge:

Ich verstehe die Kritik. Leider bin ich weder für die Bildunterschrift zuständig noch für den Untertitel.
Und: Bildunterschriften sowie Umformulierungen sind Redaktionssache und unterliegen nicht dem Einfluss des Autors.

Dass der Autor bei der Schlussgestaltung keine Mitsprache mehr hat, ist leider oft normal. Die Kritik richtet sich demnach auch an den Vollender des Artikels bei „profil“ und nicht an Robert, dessen Texte üblicherweise keine Wünsche offen lassen.

Üblicherweise. Denn eine Headline wie „Heavy Metal erlebt eine Renaissance“ ist eben eine leere Floskel – die scheinbar nur kreiert wurde, um einen Grund für einen Heavy-Metal-Artikel in „profil“ zu liefern. Eine derartige Headline trifft auf die letzten zehn Jahre zu, ist also weder sonderlich aktuell noch sinnvoll.

Update im Update: Robert mailte mir gerade, dass auch die Headline von „profil“ verbrochen wurde. Shame on them!

Robert weiters: „Metal ist in meinen häretischen Augen ein Pop-Genre und daher nicht nur in Spezialmedien, sondern überall ein Thema. Es sollte eigentlich eine gute Sache sein, dass in Profil nicht nur über sogenannte E-Musik berichtet wird.“

Unbestritten. Es ist sogar eine sehr gute Sache, darüber in „profil“ zu lesen. Allerdings eben auch ein Risiko, so einen Text dann den kreativen Experten der „profil“-Redaktion zu überlassen (falsche Zuordnung der Namen, klischeehafte Bildtexte …).

Nochmals danke an Robert für seinen Kommentar – wir hoffen, dass dadurch auch andere „Hauptpersonen“ auf Gimme Stitches zum Posten angeregt werden!

Heavy Metal für Dummies

September 8, 2008

Robert Rotifer schreibt in „profil“ über die Renaissance des Heavy Metal. Und da fängt das Elend leider schon an. Genausogut könnte man in der Metal-Fachzeitschrift „Rock Hard“ einen Artikel über eine Renaissance der klassischen Musik bringen.

Denn die sogenannte Renaissance des Heavy Metal ist höchstens eine Renaissance des Heavy Metal in einem Medium wie „profil“, das sich (und warum auch nicht) ansonsten hauptsächlich dem gepflegten Bobo-Indie-Pop-Rock verschreibt.

Schon der Bildtext zum Aufmacherfoto des Artikels lässt ahnen, dass man sich mit dem Thema etwas übernommen hat. Zu sehen sind drei Metallica-Mitglieder, von denen einzig Schlagzeuger Lars Ulrich auch richtig zugeordnet wurde. James Hetfield wird im Bildtext zu Kirk Hammett und Kirk Hammett heißt plötzlich Robert Trujillo (dieser ist am Bild wiederum gar nicht zu sehen).

Während des Interviews verspeist dann Metallica-Gitarrist Kirk Hammett – Schock! - keine rohe Schweinelende, sondern einen Salat, was Autor Rotifer so kommentiert:

„Einer der vermeintlich unverwundbaren Heroen des Heavy Metal bangt um seine schlanke Linie!“

Die „Bild“-Zeitung hätte vermutlich nicht unkreativer kommentiert – es ist einfach viel zu langweilig, dass Hammett schlicht und einfach Ovo-Lacto-Vegetarier ist … Recherche ist so passé.

Aber damit das Klischee nicht zu kurz kommt, wird zum Abschluss des Artikels wengstens ein Foto der Band „Motörhead“ abgedruckt (die im Text immerhin in zwei Sätzen vorkommen).
Für den Bildtext musste dann ein echter Renner her, der dem „profil“-Leser nochmals die Essenz des Heavy Metal (according to „profil“) näherbringt:

Lesen sie nächste Woche in „Rock Hard“: „Franz Welser Möst – bebrillter Blick, bebrillter Mann“!