September 17, 2008 von gmmstitches

Dass sich die „Österreich“-Redakteure furchtlos in die Untiefen des logischen Denkens bewegen, ist hinlänglich bekannt. Aber jetzt hat sich Redakteurin Susanne Drachsler sogar todesmutig in das Schneechaos gewagt. Als „embedded journalist“ sozusagen.
„ÖSTERREICH-Reporterin war im Schneechaos“ titelt Krisenreporterin Drachsler aufgeregt – Gerüchte, dass sich das Schneechaos in den Nassräumen der „Österreich“-Redaktion abgespielt hat, werden sofort widerlegt: Es geht um das Schneechaos in Obertauern.
Weiter im Text. Ihr Einsatz, Susanne: „Zehn Zentimeter Neuschnee und eisige Kälte: Obertauern versinkt im Winterchaos“
Schock – was wird uns und Krisenreporterin Susanne erwarten? Nicht befahrbare Straßen? Von der Außenwelt abgeschnittene Dörfer? Abgefrorene Gliedmaßen überraschter Touristen? Lesen Sie, was sich im Winterchaos von Obertauern abspielt:
„Ein paar Kinder und Jugendliche liefern sich lauthals die erste Schneeballschlacht des Jahres.“
„Vor den Häusern blinzeln die ersten Schneemänner der Saison durch den Gartenzaun“
„‘Bis die Liftbetreiber allerdings loslegen, dauert es noch’, verrät Tourismuschef Mario Seidler, ohne seine Vorfreude auf die erste Pistengaudi zu verbergen“
„‘Wenn der Schnee so bleibt, könnten wir früher beginnen’, freut sich ein Mitarbeiter.“
„Selbst die Hoteliers jubeln: ‘Bei dem Wetter kommt der Gusto auf den Winter, die ersten Leute buchen schon.’“
Krisenreporterin Susanne hat uns also nicht zuviel versprochen: Winter- und Schneechaos, soweit das Auge blickt. Aber es kommt noch schlimmer:
“ ‘Wir sind eigentlich zum Wandern gekommen’, ärgert sich ein niederländisches Ehepaar, ‘jetzt müssen wir Haube und Handschuhe kaufen.’“
Narren! Seid froh, wenn ihr dem Chaos lebend entrinnt! Ein Dank an Teufelsreporterin Susanne Drachsler für ihren selbstlosen Einsatz im Schneechaos-Krisengebiet!
Schlagworte: österreich, obertauern, schneechaos, susanne drachsler, winterchaos
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September 15, 2008 von gmmstitches

Jennifer Lopez hat ihren ersten Triathlon bestritten. Gut, es war kein richtiger Triathlon, sondern „nur“ rund 800 Meter Schwimmen, knapp 29 Kilometer Radfahren und 6,4 Kilometer Laufen. Die Hollywood-Diva hat dafür 2 Stunden, 23 Minuten und 38 Sekunden gebraucht - tolle Leistung, noch dazu wurde dabei Geld für einen guten Zweck gesammelt.
Für oe3.orf.at ein Grund, jegliches Denken einzustellen: „Jennifer Lopez ist fitteste Frau Hollywoods“, titelt die Online Plattform. Und weiter: „Jennifer Lopez hat ihren ersten Triathlon bestritten und dabei gleich den fünften Platz erreicht.“
Gut, wenn man von Berufs wegen den ganzen Tag Ö3 hören muss, verdreht einem das zwangsweise die Gehirnwindungen.
Richtig ist: Jennifer Lopez hat in der Wertung prominente Teilnehmer weiblich den fünften Platz belegt – von fünf Teilnehmerinnen.
Schlagworte: ö3, jennifer lopez, oe3.orf.at, triathlon
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September 11, 2008 von gmmstitches
Wenn „Österreich“-Musikexperte Thomas Zeidler nicht gerade investigative Interviews führt oder sein Englisch-Wörterbuch sucht, dann gibt er kulturelle Tipps.
Zum Beispiel anlässlich der Wiedereröffnung des Wiener Gasometers. Dort ortet Zeidler einen Auftritt von „Musikgrößen wie [...] Alex Bisenz.“ Wer erinnert sich nicht an Bisenz-Hits wie … genau. Bisenz-Hits eben. Ist ja eine Musikgröße.
Dafür geht es hochliterarisch weiter, denn am 3. 10. gibt sich im Gasometer laut Zeidler niemand Geringerer als „Heine“ die Ehre. Sie wissen schon, der Romantiker und Verfasser von Werken wie „Der Schwabenspiegel“, „Französische Zustände“ und „Schwarzbraun ist die Haselnuss“.
Schlagworte: österreich, bisenz, gasometer, heine, thomas zeidler
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September 11, 2008 von gmmstitches

Tokio Hotel haben bei den MTV Video Music Awards doch tatsächlich einen Preis als beste Newcomerband gewonnen. Das ist zuviel für Agnes Sagmeister. Agnes who? Genau. Eine selbsternannte „Läster-Schwester“ auf dem Qualitätsportal www.news.at.
Unsere liebe Agnes hat nicht nur ein total cooles Piercing unterhalb der Oberlippe (ja genau, die Modesünde, die gerne auch mit einem Arschgeweih Hand in Hand geht – Update: das Piercing wurde laut Agnes ohne Arschgeweih geliefert) – nein – sie hat auch was das Musikbusiness angeht voll den Durchblick:
„Irgendwas muss schief laufen, wenn ein paar Magdeburger mit schlechtem Make up, ohne herausragendes musikalisches Talent und ohne außergewöhnlich gutes Aussehen auf einmal die internationale Musikwelt aufmischen.“
Und dann beweist uns Agnes, dass sie auf der Volkshochschule den Kurs „Kreatives Schreiben für Jung und Alt“ mit besonderem Lob bestanden hat und zeigt, was sie so drauf hat:
„Bill sieht aus wie ein Mädchen, das einmal zu oft in die Steckdose gefasst hat, Tom wie ihr kleiner Bruder und der Rest der Band ist so farblos, dass sich mein Hirn konsequent weigert, sich ihre Namen zu merken.“
Das hätte auch ein 13-jähriges Punkgirlie nicht besser in eines der vielen TH-Hassforen schreiben können! Respekt, Agnes! Aber Moment, ein paar Kreativschübe aus dem VHS-Kurs schüttelt Agnes noch aus dem Ärmel:
Und was kommt als nächstes? Verleiht man einer Schülerband aus Neusiedl am See den Grammy? Gibt’s den Emmy bald für „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“? Und den Oscar für den nächsten Paris Hilton-Film? Mein Kopf fängt an zu schmerzen…
Also echt – dieses verrückte Showbusiness! Da kann man nur den Kopf schütteln … was kommt als nächstes? Echter Journalismus auf news.at? Mein Kopf fängt an zu schmerzen …
Schlagworte: agnes sagmeister, bill, mtv, mtv video music awards, news.at, tokio hotel
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September 11, 2008 von gmmstitches

In der Schweiz wurde gestern der leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger der Welt in Betrieb genommen. Das Ziel: Kleinste Teilchen kollidieren zu lassen, um die Existenz des Higgs-Bosons nachweisen zu können. Kritiker befürchten, dass dabei kleine schwarze Löcher entstehen könnten und warnen vor den Folgen.
Das klingt kompliziert. Weit weniger kompliziert ist die Tatsache, dass am 10. September zwar der Teilchenbeschleuniger in Betrieb genommen wurde, erste Experimente mit Teilchen-Kollisionen aber erst in frühestens einigen Wochen stattfinden werden.
Viel zu kompliziert für „Österreich“. Dort wurde am Mittwoch gefragt: „Geht heute die Erde unter?“ Und zum Beweis, dass ein bisschen dümmer immer geht, heißt es heute: „Hurra wir leben noch, dachten sich gestern Vormittag Menschen in aller Welt“.
Und obwohl das Experiment noch überhaupt nicht gestartet wurde, gibt „Österreich“ schon jetzt (und wahrscheinlich weltexklusiv) Entwarnung: „Die Angst der vergangenen Tage ist nun vorbei“.
Da schon morgen allerdings eine weitere Ausgabe von „Österreich“ erscheint, müssen wir warnen:
Die Angst ist noch lange nicht vorbei!
Schlagworte: österreich, schwarzes loch, teilchenbeschleuniger
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September 9, 2008 von gmmstitches
Robert Rotifer hat netterweise einen Kommentar zu „Heavy Metal für Dummies“ abgegeben. Vielen Dank dafür!
Auszüge:
Ich verstehe die Kritik. Leider bin ich weder für die Bildunterschrift zuständig noch für den Untertitel.
Und: Bildunterschriften sowie Umformulierungen sind Redaktionssache und unterliegen nicht dem Einfluss des Autors.
Dass der Autor bei der Schlussgestaltung keine Mitsprache mehr hat, ist leider oft normal. Die Kritik richtet sich demnach auch an den Vollender des Artikels bei „profil“ und nicht an Robert, dessen Texte üblicherweise keine Wünsche offen lassen.
Üblicherweise. Denn eine Headline wie „Heavy Metal erlebt eine Renaissance“ ist eben eine leere Floskel – die scheinbar nur kreiert wurde, um einen Grund für einen Heavy-Metal-Artikel in „profil“ zu liefern. Eine derartige Headline trifft auf die letzten zehn Jahre zu, ist also weder sonderlich aktuell noch sinnvoll.
Update im Update: Robert mailte mir gerade, dass auch die Headline von „profil“ verbrochen wurde. Shame on them!
Robert weiters: „Metal ist in meinen häretischen Augen ein Pop-Genre und daher nicht nur in Spezialmedien, sondern überall ein Thema. Es sollte eigentlich eine gute Sache sein, dass in Profil nicht nur über sogenannte E-Musik berichtet wird.“
Unbestritten. Es ist sogar eine sehr gute Sache, darüber in „profil“ zu lesen. Allerdings eben auch ein Risiko, so einen Text dann den kreativen Experten der „profil“-Redaktion zu überlassen (falsche Zuordnung der Namen, klischeehafte Bildtexte …).
Nochmals danke an Robert für seinen Kommentar – wir hoffen, dass dadurch auch andere „Hauptpersonen“ auf Gimme Stitches zum Posten angeregt werden!
Schlagworte: heavy metal, metallica, motörhead, profil, robert rotifer
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September 8, 2008 von gmmstitches
Robert Rotifer schreibt in „profil“ über die Renaissance des Heavy Metal. Und da fängt das Elend leider schon an. Genausogut könnte man in der Metal-Fachzeitschrift „Rock Hard“ einen Artikel über eine Renaissance der klassischen Musik bringen.
Denn die sogenannte Renaissance des Heavy Metal ist höchstens eine Renaissance des Heavy Metal in einem Medium wie „profil“, das sich (und warum auch nicht) ansonsten hauptsächlich dem gepflegten Bobo-Indie-Pop-Rock verschreibt.
Schon der Bildtext zum Aufmacherfoto des Artikels lässt ahnen, dass man sich mit dem Thema etwas übernommen hat. Zu sehen sind drei Metallica-Mitglieder, von denen einzig Schlagzeuger Lars Ulrich auch richtig zugeordnet wurde. James Hetfield wird im Bildtext zu Kirk Hammett und Kirk Hammett heißt plötzlich Robert Trujillo (dieser ist am Bild wiederum gar nicht zu sehen).
Während des Interviews verspeist dann Metallica-Gitarrist Kirk Hammett – Schock! - keine rohe Schweinelende, sondern einen Salat, was Autor Rotifer so kommentiert:
„Einer der vermeintlich unverwundbaren Heroen des Heavy Metal bangt um seine schlanke Linie!“
Die „Bild“-Zeitung hätte vermutlich nicht unkreativer kommentiert – es ist einfach viel zu langweilig, dass Hammett schlicht und einfach Ovo-Lacto-Vegetarier ist … Recherche ist so passé.
Aber damit das Klischee nicht zu kurz kommt, wird zum Abschluss des Artikels wengstens ein Foto der Band „Motörhead“ abgedruckt (die im Text immerhin in zwei Sätzen vorkommen).
Für den Bildtext musste dann ein echter Renner her, der dem „profil“-Leser nochmals die Essenz des Heavy Metal (according to „profil“) näherbringt:

Lesen sie nächste Woche in „Rock Hard“: „Franz Welser Möst – bebrillter Blick, bebrillter Mann“!
Schlagworte: heavy metal, metallica, motörhead, profil, robert rotifer
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September 8, 2008 von gmmstitches
Wenn nicht gerade asiatische Speisen , die Stadt Bregenz oder der tschechische Außenminister (mit tschechischer und schweizer Staatsbürgerschaft) zum „Österreicher des Tages“ in „Österreich“ gekürt werden, dann eben Personen oder Vereine, die sich um die wirklich wichtigen Dinge im Leben sorgen.
Zum Beispiel Dinge wie Waffen oder militärische Fahrzeuge:

Schlagworte: österreich, österreicher des tages, offiziersgesellschaft, waffen
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September 6, 2008 von gmmstitches
Zitat Wikipedia:
„Mods [mɒdz] (aus dem Englischen von Modernist abgeleitet) waren Anhänger einer Subkultur, welche hauptsächlich im Großbritannien der frühen und mittleren 1960er Jahre, aber auch in anderen europäischen Ländern präsent war und dann erneut Ende der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre gleichzeitig zum Punk wieder in Mode kam. Vereinzelt findet man Mods in diversen Großstädten auch heute noch.“
Allen verbliebenen Mods dieses Planeten hatte der ORF-Teletext heute eine traurige Nachricht zu überbringen:

Schlagworte: mods, orf, orf. teletext
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September 5, 2008 von gmmstitches

Im „Willkommen-Österreich“-Nachfolger „Herbstzeit“ herrscht im Beitrag über den Film „Ossi’s Eleven“ gepflegte Ahnungslosigkeit.
Richtig wäre: VIVA-Moderatorin Collien Fernandes spielt die Rolle der „Collien“ (nicht sonderlich originell, aber ist nun mal so).
Die ORF-Variante: Collien Fernandes heißt plötzlich Gülcan Karahanci (wird zur Komplettierung der Ahnungslosigkeit vom Sprecher als ‘Gülkan’ bezeichnet) und spielt im Film laut Insert die Rolle der „Collin“.
Lieber Beitragsgestalter Georg Holzer – hier eine kleine Hilfestellung: Collien (links), Gülcan (rechts). Nichts zu danken

Schlagworte: collien, gülcan, herbstzeit, orf, ossis eleven
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